Chapter 15: Hinter den Mauern nichts Neues

Der Morgen kam wie alle anderen Morgen in diesem Winter: grau, still, mit einem Himmel, der nichts versprach und nichts zurücknahm.

Ich wachte auf, bevor der Ablöser kam. Das war eine Angewohnheit, die sich gesetzt hatte wie Schlamm im Stiefel — man bemerkt irgendwann nicht mehr, dass man sie trägt. Ich lag auf der Pritsche und hörte den Wind um die Ecken des umgebauten Stalls fahren, der uns als Unterkunft diente, und dachte an nichts Bestimmtes. Das Licht durch die Risse im Gebälk war noch nicht Licht, sondern nur das Aufhören von Dunkelheit.

Leeb hatte die Nacht über Schreibarbeit gemacht. Er saß noch am Tisch, als ich aufstand, das Kinn leicht auf die Brust gesunken, die Feder noch lose in der Hand. Ein Abrechnungsformular, halb ausgefüllt. Ich ließ ihn schlafen.

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