Der Morgen kam ohne Farbe.
Ich wachte auf mit dem Geschmack von Asche im Mund – nicht echte Asche, sondern jene Art von Trockenheit, die entsteht, wenn man zu lange in Gedanken gesessen hat, die keine Ruhe lassen. Der Neunflammige lag still in meiner Brust, aber es war eine andere Stille als die der vergangenen Wochen. Aufmerksam, wie Seiji gesagt hätte. Kalkulierend, wie Seiji nicht gesagt hätte, weil er sich nicht eingestanden hätte, dass ein Geist kalkulieren kann.
Mira war bereits auf den Beinen. Das war das Erste, was ich sah, als ich die Augen öffnete: ihre Silhouette gegen den grauen Himmel, aufrecht wie ein Speer, der noch nie benutzt worden war. Sie schaute nach Norden, die Hände lose an den Seiten, und ich bemerkte, dass sie die Daumen nach innen gefaltet hatte – eine Geste, die ich nicht kannte, die aber etwas in mir erkannte. So hält man etwas, das man nicht loslassen will, ohne dass die anderen es sehen.
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