Chapter 4: What the Dying Scholar of Bruckenmoor Said

Sie ritten vor der dritten Morgenstunde aus Kaldenmoor heraus, ohne Fell zu wecken und ohne ihm eine Nachricht zu hinterlassen. Das war Hildas Entscheidung, und Wendelin widersprach ihr nicht. Er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen, aber die Erschöpfung saß merkwürdig weit von ihm entfernt, wie ein Schmerz in einem Glied, das man noch nicht bewegen muss.

Der Weg nach Bruckenmoor führte durch flaches Moorland, dessen Boden unter den Hufen der Pferde federnd nachgab wie etwas, das atmet. Es war der erste Tag des Oktobers, und der Nebel stand so dicht zwischen den Birkenstämmen, dass die Bäume erst aus ihm herauswuchsen, wenn man ihnen schon fast zu nahe war. Wendelin ritt, ohne zu sprechen. Er dachte an die Form auf Hildas Karte, an den Punkt im Osten, den er auf der Innenseite seiner Lider gesehen hatte, und dann zwang er sich, nicht mehr daran zu denken und das Moor zu betrachten, denn man muss lernen, wann man einen Gedanken in Ruhe lassen soll, damit er von selbst reift.

Hilda ritt links von ihm, einen halben Pferdelänge zurück. Sie sprach nur einmal, als sie an einem Wegstein vorbeiritt, dessen Inschrift halb ins Moos versunken war.

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Chapter 4: What the Dying Scholar of Bruckenmoor Said — Die Botschaft im Sternwald | GenNovel