Chapter Nine: Eduard Presents His Evidence to Robert

Der Morgen, an dem Eduard Starkenburg seinen Bericht vor Fürst Robert legte, begann mit einem Frost, der ungewöhnlich war für die Jahreszeit, und mit dem Geruch von Kerzenwachs aus der Schlosskapelle, der sich, sobald die Tür zum Korridor geöffnet wurde, den ganzen Ostflügel entlangzog und noch in Eduards Arbeitszimmer wahrnehmbar war, als er bereits seit zwei Stunden am Schreibtisch saß.

Er hatte die Dokumente die Nacht zuvor ein letztes Mal geordnet. Nicht, weil die Ordnung noch einer Verbesserung bedurft hätte — er hatte sie in den Wochen zuvor so oft durchgesehen, dass er die Seitenzahlen der kritischen Stellen auswendig wusste und die fünfte Handschrift, jene sorgfältige, gleichmäßig geneigte, die durch alle vier Konvolute lief wie ein Wasserzeichen, vor seinem inneren Auge sah, wenn er die Augen schloss. Er hatte sie geordnet, weil die Tätigkeit des Ordnens die einzige war, die ihm in der Stunde vor dem Morgengrauen noch zur Verfügung stand, ohne dass sie ihn der Heuchelei verdächtig gemacht hätte — auch vor sich selbst nicht.

Der Bericht umfasste neunundzwanzig Seiten in seiner eigenen Hand, die er absichtlich nicht hatte abschreiben lassen. Es gab in diesem Hause niemanden, dem er das Abschreiben hätte anvertrauen wollen, und dieser Umstand war selbst bereits eine Form von Erkenntnis, die keiner schriftlichen Festhaltung bedurfte.

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Chapter Nine: Eduard Presents His Evidence to Robert — Das Erbe des Eisernen Throns – Der Verfall der Westermark | GenNovel