Rosa Stark rief ihn drei Tage später an. Nicht über den Amtsweg, sondern auf dem Wege einer kurzen, handgeschriebenen Notiz, die ein Bote an Martins Institutspforte abgab. Die Notiz lautete: Kommen Sie am Donnerstag. Ich habe etwas gefunden. Sie hatte nicht unterschrieben. Sie hatte es auch nicht gebraucht.
Martin kam am Donnerstag.
Er fand Rosa nicht in ihrem Büro, sondern in einem kleineren Raum, der nach dem Geruch zu urteilen selten benutzt wurde — alte Tinte, getrocknetes Holz, der schwache Rest von Kaffee, der vor Jahren hier getrunken worden war. Auf dem langen Tisch lagen Akten. Nicht wenige. Sie waren nicht chaotisch geordnet, sondern mit der Sorgfalt eines Menschen ausgebreitet, der weiß, daß Ordnung denkt, wenn der Kopf es nicht mehr kann: jede Akte mit einem kleinen Zettel am oberen Rand, jeder Zettel in derselben engen Handschrift.
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