Der Reiter kam in der siebten Stunde des Morgens an, in dem fahlen, noch unentschlossenen Licht, das dem nordischen Winter eigen ist und das weniger einer Helligkeit als der Abwesenheit vollständiger Dunkelheit gleicht. Er kam über die Brücke, sein Pferd in einem Galopp, der längst kein wirklicher Galopp mehr war, sondern das mechanische Fortsetzen einer Bewegung, die dem Tier und dem Mann als einzig bekannte Gangart des Augenblicks verblieben war. Im Hof brach das Pferd ein, die Vorderbeine zuerst, und der Reiter fiel nicht so sehr als daß er mit dem Tier gemeinsam zu Boden glitt, ein Zusammensinken, das die umstehenden Stallknechte zunächst für einen gemeinsamen Tod hielten.
Er lebte. Er hielt die Ledertasche noch in der Hand, mit einem Griff, der fester war als seine Bewußtlosigkeit.
Roward von Steinmark hörte den Aufprall. Er hatte in seinen Gemächern gestanden, am Fenster, in jener Art des frühen Stehens, die keine eigentliche Beschäftigung ist, sondern das Sammeln des Tages vor seiner Verwendung. Seit Wochen schlief er schlecht, ein Umstand, den er vor seinen Hauptleuten mit der Gründlichkeit eines Mannes verbarg, dem Schwäche als Zugeständnis galt, das er sich nicht leisten konnte. Sein Vater war in Goldenhall. Die Berichte, die ihn erreichten, waren drei Tage alt, wenn sie gut gingen, und berichteten nichts — was schlimmer war als etwas.
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