Es war nach Mitternacht, als das Klopfen an seiner Tür ihn aus dem Halbschlaf hob.
Eduard hatte nicht schlafen können. Er hatte lange am Schreibtisch gesessen, das Notizbuch geschlossen vor sich, und den Gedanken an Cerolinas letzte Bemerkung so gründlich zergliedert, bis er ihn für den Abend beiseitegelegt hatte — nicht weil er ihn gelöst, sondern weil er erkannt hatte, dass das Zergliedern selbst ein Zustand war, den man nicht beliebig fortsetzen konnte, ohne in eine Art geistiger Erschöpfung zu geraten, die dem Erkenntnisgewinn nicht förderlich war. Er hatte sich auf das Feldbett gelegt, das er sich am zweiten Tag in sein Amtszimmer hatte stellen lassen, und mit offenen Augen in die Dunkelheit gestarrt, bis aus dem Dunkel allmählich der blasse, kaum unterscheidbare Schatten der Decke geworden war.
Das Klopfen wiederholte sich. Drei Schläge, dann eine Pause, dann zwei weitere — nicht eilig, aber auch nicht das unentschlossene Pochen eines Bediensteten mit einer Botschaft, die er für unwichtig hielt.
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