Gregor fand den Speisesaal durch eine Methode, die er als provisorisch betrachtete: Er folgte dem Geruch von überkochtem Hafergrütze durch drei Gänge und eine Treppe, an deren unterem Ende ein handgeschriebenes Schild hing, das ihn anzuweisen schien, sich auszuweisen, obwohl niemand da war, dem er sich hätte ausweisen können. Er notierte dies als einen der zahlreichen Vorgänge in Hochburg, die offenbar auf eine Zeugenschaft ausgelegt waren, welche regelmäßig ausblieb.
Der Saal war lang und wurde von schmalen Fenstern beleuchtet, durch die das Novemberlicht hereinkam, flach und wenig engagiert. Gregor setzte sich an ein Ende eines Tisches, der zu zwei Dritteln besetzt war, und bemerkte, dass er nicht wusste, ob Tischordnung nach Einteilung galt. Da er keine Einteilung hatte, erschien es methodisch vertretbar, sich dort zu setzen, wo noch Platz war.
Er hatte den Haferbrei noch nicht angerührt — der Löffel lag dort, und der Brei dampfte, und er überlegte gerade, ob das Fehlen einer Einteilung auch das Fehlen einer Ernährungsregelung implizierte —, als Helene Grunstein den Stuhl gegenüber herauszog, ihren Stapel auf den Tisch legte und setzte sich, ohne zu fragen, ob der Platz frei sei.
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