Martin Brauer hatte eine Gewohnheit, die seinen Kollegen auffiel, obwohl keiner von ihnen je danach gefragt hätte: Er stapelte die wissenschaftlichen Zeitschriften nicht. Er sortierte sie.
Nicht nach Datum, nicht nach Fachgebiet, sondern nach dem, was er innerlich den *Gewicht* nannte — dem Gefühl, das ein Aufsatz in ihm auslöste, wenn er ihn zu Ende gelesen hatte. Manche Arbeiten lagen schwer in der Hand, schwer im Kopf, schwer noch Tage später, wenn man die Augen schloß und dachte und die Gedanken irgendwo anstoßen. Diese stapelte er links. Die anderen — die zahlreicheren, die glatten, die sorgfältig gemachten und im Grunde leeren — kamen nach rechts.
In dem Jahr, in dem die Geschichte beginnt, war der linke Stapel sehr dünn.
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