Der erste Schnee lag auf Eisenfeld, als Ruprecht von Waldenfels die Entscheidung traf, die ihn später als Feldherr bekannt machen würde und die er in jenem Augenblick nicht als Entscheidung empfand, sondern als das Selbstverständlichste der Welt.
Die Stennach-Garnison hatte sich in dem kleinen Weiler verschanzt — zweihundert Mann hinter provisorischen Palisaden, die man aus dem Holz der Bauernscheunen gezimmert hatte, nicht weil das Holz besonders gut geeignet gewesen wäre, sondern weil es das nächste war, was man greifen konnte. Der Kommandant, ein gewisser Hauptmann Sorge, hatte Botschaft geschickt, er werde sich ergeben, wenn man ihm freien Abzug nach Süden garantiere. Es war eine vernünftige Forderung. Falk von Steynach hatte Ruprecht geraten, sie anzunehmen.
Ruprecht hatte Falk von Steynach angehört, und Bernward, und den jüngeren Merzbach, der immer der erste war zu sprechen, wenn er etwas sagen wollte, das er für klug hielt. Er hatte sie alle angehört mit der vollständigen Aufmerksamkeit, die er sich als Werkzeug angewöhnt hatte — eine Aufmerksamkeit, die zuhörte und gleichzeitig kalkulierte und die beides so gleichmäßig tat, dass von außen nicht zu unterscheiden war, ob der junge König noch überlegbar war oder bereits entschieden hatte.
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